Vatikanzeitung kritisiert Hans Küng

Küngs Angriffe auf Benedikt XVI. realitätsfern.

Hans Küng (Foto: Muesse)Vatikan (kathnews). Die Vatikan-Zeitung „L’Osservatore Romano“ kritisierte die jüngsten Angriffe des umstrittenen Theologen Hans Küng auf Papst Benedikt XVI. und wies Küngs mediale Kritik am Pontifex als realitätsfern und verzerrend zurück. Küng, dem bereits 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen wurde, hatte in der Mittwochsausgabe der römischen Zeitung „La Repubblica“ die Errichtung einer neuen kirchenrechtlichen Struktur für ehemalige Anglikaner als „unökumenische Piraterie“ bezeichnet. Der „L’Osservatore Romano“ bezeichnete diese Aussagen als bitterkeitserfüllt und ohne jegliches Fundament.

„Es lohnt nicht, die Fehler und die Ungenauigkeiten dieses jüngsten Textes von Küng hervorzuheben“, heißt es in dem Kommentar von Giovanni Maria Vian, Chefredakteur der vatikanischen Zeitung „L’Osservatore Romano“. Küng ignoriere in seinem Artikel absichtlich und bewusst Fakten und Tatsachen. Ferner grenze sein Schreibstil an vielen Stellen mehr an Komik, als an einen fundierten Text, was der Lebensgeschichte Küngs einmal mehr nicht zur Ehre gereiche. Hans Küng warf Papst Benedikt XVI. in seinem Artikel vor, dass er „in rechten Gewässern fische“ und einen drastischen Kurswechsel in der Ökumene vollzogen habe.

Hans Küng wurde am 19. März 1928 in Sursee in der Schweiz geboren. Am 10. Oktober 1954 empfing er das Sakrament der Priesterweihe. 1960 ereilte ihn ein Ruf als Professor für Fundamentaltheologie an die Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität in Tübingen. Küng nahm auch als Experte am Zweiten Vatikanischen Konzil teil. Bereits 1965 rieten ihm Kardinal Ottaviani und Papst Paul VI. zu mehr Zurückhaltung und Geduld. 1979 wurde ihm nach mehreren Leugnungen von Glaubenswahrheiten die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. Küngs Ansichten sind nicht nur bei konservativen Theologen mehr als umstritten.

[ Benjamin Greschner ]

29. Oktober 2009, 18:17

© 2005 - 2012 by kathnews.de    |    Impressum