“Schutzengel” des Papstes gestorben

Camillo Cibin ist tot.

Flagge des VatikanVatikan (kathnews). Camillo Cibin, langjähriger Leiter des Gendarmeriekorps der Vatikanstadt und päpstlicher Personenschützer, ist tot. Er verstarb im Alter von 83 Jahren in Rom. Dies berichtet die „BILD“ am Sonntagabend auf ihrem Internetportal. Noch bis ins hohe Alter von 81 Jahren war Cibin als Chef des vatikanischen Gendarmeriekorps für die Sicherheit des Papstes verantwortlich. 2006 wurde der in Norditalien geborene Cibin in den Ruhestand verabschiedet, nachdem er seit 1947 ununterbrochen im Dienst des Heiligen Stuhls stand.

Internationale Bekanntheit erlangte Camillo Cibin im Zusammenhang mit dem Attentat auf Papst Johannes Paul II. im Mai 1981. Damals stürzte sich Camillo Cibin über die Absperrungen auf dem Petersplatz, um den Attentäter Mehmet Ali Agca daran zu hindern, weitere Kugeln auf den Heiligen Vater abzufeuern. Auch bei einem weiteren Attentatsversuch in Fatima im Jahr 1983 war es Cibin, der Johannes Paul II. vor einem Attentat bewahrte. Hier verhinderte er einen Messerangriff auf den Pontifex.

Das Gendarmeriekorps der Vatikanstadt übt im Vatikan die Funktionen einer Staats-, Justiz- und Verkehrspolizei aus. Das Gendarmeriekorps entstand aus der alten Päpstlichen Gendarmerie und wurde 1970 von Papst Paul VI. in eine zivile Polizeieinheit – die “Vigilanza” – umgewandelt. Gleichzeitig schaffte Paul VI. die Nobelgarde und die Palatingarde ab. 2002 wurde die Einheit durch Papst Johannes Paul II. umstrukturiert und in Anlehnung an die alte Tradition der Einheit wieder in Gendarmeriekorps umbenannt.

Unter Papst Benedikt XVI. fand im September 2007 erstmals wieder eine feierliche Vereidigung junger Gendarmen statt. Dabei handelte es sich um die erste Vereidigung seit 1970. Im Folgejahr wurde das Gendarmeriekorps der Vatikanstadt Mitglied bei Interpol. Seit Camillo Cibins Pensionierung im Jahr 2006 ist Dr. Domenico Giani Leiter des Gendarmeriekorps der Vatikanstadt.

[ Benjamin Greschner ]

25. Oktober 2009, 19:57

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