Marx mahnt zu sozialer Gerechtigkeit
Erzbischof appelliert an CDU und FDP.
München (kathnews). Die zukünftige Regierung solle sich auf die soziale Marktwirtschaft besinnen. Das fordert Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, einen Tag nach der Bundestagswahl in Deutschland. Gleichzeitig hat er die künftige Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP zu einer Politik der sozialen Gerechtigkeit aufgerufen. Erzbischof Marx wörtlich: „Die katholische Soziallehre bietet eine klare Orientierung und ist durchaus hilfreich für die anstehenden politischen Aufgaben“. Er warnte vor dem Hintergrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise vor einer Rückkehr zu verantwortungslosem Profitstreben.
Der Erzbischof weiter: „Aufgabe der Bundesregierung ist es, sich weltweit für einen verbindlichen Ordnungsrahmen in der Finanzwirtschaft einzusetzen. Das gebietet schon die Solidarität mit den Armen auf dieser Erde“. Bezugnehmend auf die wachsende Staatsverschuldung unterstrich er, dass die Verschuldung zunehmend nachfolgende Generationen gefährde. Die Konsolidierung der Staatsfinanzen müsse unbedingten Vorrang haben, so Marx weiter.
Auch eine gerechte Gesundheitspolitik sei dringend notwendig. Erzbischof Marx: „Wer krank ist, braucht Hilfe und die erforderliche medizinische und pflegerische Unterstützung. Und zwar ganz egal, ob er arm oder reich, jung oder alt ist“. Man dürfe die Familien von kranken, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen nicht im Stich lassen.
In gleicher Weise betonte der Erzbischof die zentrale Rolle des Lebensschutzes in der Politik. „Der Schutz und die Würde des Lebens muss in allen Phasen der menschlichen Existenz gewährleistet sein. Darauf müssen eine verantwortliche Wissenschafts-, Rechts- und Gesundheitspolitik verpflichtet sein“, verlangte der Erzbischof. Besonders kritisch betrachtet der Erzbischof die weiter gesunkene Wahlbeteiligung.
Reinhard Marx ist seit November 2007 Erzbischof von München und Freising. Vorher war er bereits Bischof der Diözese Trier und Weihbischof in Paderborn. 1979 Empfing er das Sakrament der Priesterweihe und wurde am 21. September 1996 durch Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt zum Bischof geweiht. Der 55-jährige Westfale gilt als einer der profiliertesten Sozialethiker im deutschen Episkopat.
Er ist Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz und stellvertretender Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz. Darüber hinaus ist er Präsident der Deutschen Kommission „Justitia et Pax“ und Großprior der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
28. September 2009, 17:35