Bruder Rafael als Schutzpatron für WJT?

Spanische Bischöfe haben Wunsch geäußert.

WJT - Kölner DomplatteMadrid (kathnews). Wenn es nach den Wünschen der spanischen Episkopats geht, könnte der spanische Trappistenmönch und Mystiker Rafael Arnáiz Barón zum Co-Schutzpatron des Weltjugendtages 2011 ernannt werden. Bruder Rafael wird am 11. Oktober 2009 durch Papst Benedikt XVI. in Rom zur Ehre der Altäre erhoben. Somit könnte er neben anderen Heiligen im Rahmen des Weltjugendtages besondere Verehrung erfahren. „Wir vertrauen darauf, dass uns Bruder Rafael als einer der Co-Patrone während des Treffens begleiten wird, damit alle jungen Menschen auf der Welt das Werk Gottes in diesem jungen Mann des 20. Jahrhunderts kennen lernen können“, so die Bischöfe Spaniens in einem gemeinsamen Hirtenbrief, den sie anlässlich des Weltjugendtages veröffentlichten.

Mit ihrem Wunsch der Ernennung des frommen Ordensmannes zum Schutzpatron des großen kirchlichen Jugendfestivals verbinden die Bischöfe gleichzeitig auch einen Aufruf, den sie den Jugendlichen mit ihrem Hirtenbrief übermittelten: „Lasst uns näher an Bruder Rafael Arnáiz herankommen, eine Pilgerreise zum Trappistenkloster San Isidro de Dueñas unternehmen und bei seinem Grab beten; lasst uns seine Schriften lesen und Zeugen seines Lebens werden. Kurz: Lasst uns authentisch sein wie Bruder Rafael!“

Bruder Rafael Arnáiz Barón stammte aus einer wohlhabenden Adelsfamilie Spaniens. 1934 trat er in den Trappistenorden ein. Kurze Zeit später erkrankte der junge Mönch schwer und musste die Ordensgemeinschaft verlassen. Erst einige Jahre später konnte er in die klösterliche Gemeinschaft zurückkehren, jedoch nicht als Professmönch oder Novize, sondern als Oblate, der dem Kloster lediglich angegliedert ist. Kurz darauf musste er das Kloster erneut verlassen, da er im spanischen Bürgerkrieg zum Militärdienst einberufen wurde. Da man den jungen Mann für untauglich befand, konnte er in das Kloster zurückkehren.

Als er kurze Zeit später wieder an Diabetes erkrankte, war er gezwungen, das Trappistenkloster zum dritten Mal zu verlassen, was einen herben Schlag für den tieffrommen Mann darstellte. Ende 1937 konnte er auf die Krankenstation des Klosters zurückkehren, wo sich sein Gesundheitszustand immer weiter verschlechterte. Er verstarb am 26. April des Jahres 1938 an den Folgen seiner schweren Krankheit. 1992 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. Papst Benedikt XVI. wird ihn im Oktober in das Heiligenverzeichnis der Kirche aufnehmen.

[ Benjamin Greschner ]

1. September 2009, 19:20

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