Erzbischof Marx reist nach Ecuador
Pilgerreise zu den Partnerdiözesen im Andenstaat.
München (kathnews/ok). Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, ist am Montag, 31. August, zu einer zwölftägigen Pilgerreise nach Ecuador aufgebrochen. Ziel der Reise in den Andenstaat ist es, angesichts der weltweiten Finanzkrise die seit mehr als 45 Jahren gepflegte Partnerschaft des Erzbistums mit der Ecuadorianischen Bischofskonferenz zu vertiefen und ihre Grundlage in wirtschaftlich schwieriger Zeit zu sichern. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Ecuadorianischen Bischofskonferenz und Erzbischof von Guayaquil, Antonio Arregui Yaraz, wird Marx dabei über Strategien sprechen, wie die Zusammenarbeit gemeinsam weiterentwickelt werden kann. So soll ein Abkommen vorbereitet werden, das die künftige Kooperation rechtlich verbindlich regelt.
„Wir wollen Solidarität mit den Menschen in Ecuador zeigen, gemeinsam unseren Glauben leben und Erfahrungen in der Seelsorge austauschen“, erklärte Marx vor Beginn der Reise: „Schritt für Schritt will ich die Partnerschaft weiterentwickeln, die meine Vorgänger auf dem Bischofsstuhl von München und Freising seit Kardinal Döpfner aufgebaut haben.“
Der Erzbischof wird zunächst die Hauptstadt Quito besuchen, dann im ganzen Land Krankenhäuser, Einrichtungen wie das HIV-Präventionszentrum „Josemaria“ in der Stadt Guyaquil, Schulen, Bildungs- und Missionszentren. Im Erzbistum Portoviejo besucht er die „Casa Cardenal Wetter“ – ein Haus, in dem die Kinder strafgefangener Frauen betreut werden und das den Namen seines Amtsvorgängers trägt. Begleitet wird Marx unter anderem vom designierten neuen Generalvikar Prälat Peter Beer und vom Leiter des Referats Weltkirche, Domkapitular Wolfgang Huber.
Die Erzdiözese gibt für Projekte in Ecuador jährlich rund zwei Millionen Euro aus dem Diözesanhaushalt aus. Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Ausbildung, Gesundheit und Soziales – es werden gezielt Krankenhäuser für Arme, Sanitätsstationen, Einrichtungen für Behinderte, Alte und Straßenkinder unterstützt. Mehr als 120 Pfarreien des Erzbistums tragen partnerschaftliche Aktivitäten mit, zahlreiche Gemeinden unterhalten direkte Beziehungen zu Pfarreien in Ecuador. Der Diözesanrat der Katholiken steht im Austausch mit dem Laienrat der Katholiken in Ecuador und koordiniert mit einem Arbeitskreis die Ecuador-Initiativen in der Erzdiözese. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend fördert den Einsatz von Freiwilligen in der Entwicklungshilfe und veranstaltet Austauschprojekte.
Den Grundstein für die Partnerschaft legten der damalige Erzbischof von München und Freising, Kardinal Julius Döpfner, und der damalige Erzbischof von Guyaquil, Bernadino Echeverria, beim Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom. Bei einer Begegnung der beiden dort entstand der Gedanke einer längerfristigen Zusammenarbeit. Auch Döpfners Nachfolger, Kardinal Joseph Ratzinger und Kardinal Friedrich Wetter, besuchten die Diözesen Ecuadors. (kel)
31. August 2009, 17:43