Bertone verteidigt Papst
Rückwärtsgewandte Dokumente seien reine Erfindung.
Vatikan (kathnews). Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat Papst Benedikt XVI. in einem Interview mit der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ gegenüber Kritik an seiner Person verteidigt. Der Deutsche auf dem Stuhl Petri sei nicht nur „ein großer Theologe und Lehrmeister“, sondern auch „nah an den Menschen“. In diesem Sinne seien Gerüchte und Spekulationen über einen Rückschritt in die Zeit vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil haltlos. Als einer der engsten Mitarbeiter des Heiligen Vaters könne er mit vielem, was über diesen gesagt und geschrieben wird, nichts anfangen. Benedikt XVI. sei keineswegs entrückt, sondern spreche „für alle verständlich“.
Außerdem sei er „ein profunder Kenner der römischen Kurie“, der sich immer „von den Manövern und dem Geschwätz“ ferngehalten habe, „die manchmal leider in gewissen Kurienkreisen aufkommen“. Man dürfe nicht einfach „alles, was in der Kirche geschieht oder was manche ihrer Exponenten so erklären“, dem Papst ankreiden, findet der Kardinal. Vor allem aber stehe der Heilige Vater für einen „Weg der Erneuerung“ aus einer „intimen Kenntnis des Konzils“ heraus.
In diesem Sinne seien viele „Ergüsse und Gerüchte über angebliche rückwärtsgewandte Dokumente“, die demnächst anstünden, „reine Erfindung und ein ständig wiederaufgewärmtes Klischee“. Für die nähere Zukunft verspricht der Kardinalstaatssekretär „einige wichtige Neuernennungen, bei denen auch die Überraschungen nicht fehlen werden, vor allem was die Berücksichtigung der neuen Kirchen betrifft“. Besonders Afrika biete da „exzellente Kandidaten“, deutete Bertone an.
29. August 2009, 18:33