Kanzlerin hofft auf Gespräche mit dem Papst
Merkel fühlt sich christlichem Menschenbild verpflichtet.
Berlin (kathnews). In einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Hoffnung darauf, auch in Zukunft konstruktive Gespräche mit Papst Benedikt XVI. führen zu können. Dies meldet Radio Vatikan am Freitag. Merkel betonte ferner, dass sie sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet fühle. Daher könne es keine weiteren Lockerungen bei der Stammzellenforschung geben. Gleichzeitig unterstrich die CDU-Vorsitzende, dass die Unionsparteien auch in Bezug auf das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare keine weiteren Zugeständnisse machen können.
Bezugnehmend auf favorisierte Themen, die die protestantische Politikerin in einem Gespräch mit dem Pontifex ansprechen würde, sagte sie, dass vor allem Fragen der sozialen Verantwortung angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise von großer Wichtigkeit sind. Erst kürzlich suchte Bundeskanzlerin Angela Merkel das persönliche Gespräch mit dem Papst, nachdem sie ihn öffentlich kritisierte. Die völlig unangemessene Papstkritik Angela Merkels sorgte innerhalb der CDU für Proteststürme gegen die Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin. Zahlreiche Mitglieder verließen daraufhin die Unionsparteien.
Prominentestes Beispiel ist dabei Werner Münch, ehemaliger Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. Ende Februar 2009 verließ er die CDU mit der Begründung, dass die CDU spürbar an Profil verloren habe. Entscheidend für seinen Beschluss sei jedoch Merkels Papstkritik gewesen. Münch gegenüber der Presse: „Das Fass zum Überlaufen gebracht hat die Art und Weise, wie die Parteivorsitzende das Oberhaupt unserer katholischen Kirche, den deutschen Papst Benedikt XVI., öffentlich diskreditiert und gedemütigt hat, obwohl es dafür keine Veranlassung gab“.
Auch im deutschen Episkopat sorgte Merkel mit ihren Äußerungen für Unmut. So äußerte sich Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Erzbischof von Freiburg, im April kritisch gegenüber der „Rhein Zeitung“. Zollitsch gab im Interview zu Bedenken, dass Merkels Papstkritik die Christdemokraten Wählerstimmen kosten könne. Er unterstrich dabei, dass er durchaus Verständnis dafür habe, dass sich die Bundeskanzlerin Sorgen gemacht habe. Zollitsch vertrat jedoch die Ansicht, dass Merkel besser einen diplomatischen Weg gewählte hätte, um dem Heiligen Vater ihre Bedenken mitzuteilen.
28. August 2009, 16:45