“Religion niemals Rechtfertigung für Gewalt”
Erzbischof Zollitsch fordert Ende der Anschläge in Nigeria.
Bonn (kathnews). Die geplante Nigeria-Reise des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, steht trotz der jüngsten Unruhen innerhalb des westafrikanischen Staates nicht zur Disposition. Der Freiburger Erzbischof forderte ausdrücklich ein schnelles Ende der Anschläge. „Nach allem, was wir wissen, gehen die Gewaltakte von einer kleinen radikal-islamistischen Gruppe aus, die die seit langem bestehenden Spannungen zwischen Christen und Muslimen in Nord-Nigeria verschärfen will“, so Erzbischof Zollitsch. Er zeigte sich dankbar dafür, dass die Repräsentanten der großen Mehrheit der Moslemns sich eindeutig von den Extremisten distanzierten. Für alle Gläubigen müsse der Grundsatz gelten, Religion dürfe „niemals als Rechtfertigung für Hass oder gar Gewalt missbraucht werden.“
Erzbischof Zollitsch sagte weiter, Nigeria sei aufgrund seiner reichen Bodenschätze und gleichzeitig bitterer Armut von schweren sozialen und ethnischen Spannungen geprägt, die immer wieder auch religiös aufgeladen würden. Die Einwohner Nigerias versicherte der DBK-Vorsitzende seines Gebets: „Ich bete und hoffe, dass sich die gutwilligen Kräfte der Gesellschaft nicht vom Sog des gewalttätigen Konflikts mitreißen lassen. Nigeria braucht Stabilität. Die katholische Kirche wird den Aufbau des Landes und der Zivilgesellschaft weiterhin unterstützen.“
Die Welle der Gewalt in Nigeria hatte am Sonntag, 26. Juli 2009, begonnen, als islamistische Kämpfer sowohl staatliche Einrichtungen wie Polizeiwachen, Gefängnisse und Regierungsgebäude als auch Kirchen angriffen. In den vier betroffenen Staaten im Norden Nigerias haben bereits rund 4.000 Menschen die Flucht ergriffen. Auf die islamistischen Angriffe reagierten Regierungstruppen mit Angriffen auf das Hauptquartier und die Moschee der Islamisten. Mindestens 100 Menschen sind den Kämpfen bereits zum Opfer gefallen.
31. Juli 2009, 19:04