Bombenanschlag vor Kirche

Mehrere tödliche Attentate im Süden der Philippinen.

Flagge der PhilippinenManila (kathnews). Mindestens fünf Menschen sind bei einem Bombenanschlag vor einer katholischen Kirche im Süden der Philippinen getötet worden. 55 Personen sind laut korrigierten offiziellen Angaben teils schwer verletzt. Die Streitkräfte verdächtigen die muslimischen Extremisten der „Islamischen Befreiungsfront Moro“ (MILF), die Tat begangen zu haben. Ein Rebellensprecher wies den Vorwurf zurück, für das Attentat verantwortlich zu sein.

Der Anschlag ereignete sich am Sonntag in der Stadt Cotabato auf der südlichen Insel Mindanao vor der Kathedrale der unbefleckten Empfängnis. Die Messfeier war beendet und die Gläubigen verließen gerade die Kirche, als der ferngezündete Sprengsatz auf dem Platz vor der Kirche in der Nähe eines Essensstandes detonierte. An dem Essensstand wurde auch Schweinefleisch ausgeteilt. Papst Benedikt XVI. verurteilte den Anschlag beim sonntäglichen Angelusgebet als „niederträchtige Tat“ und bezeichnete ihn als „abscheulich“.

Unterdessen wird wieder von neuen Anschlägen berichtet. Heute, am Dienstag, soll eine detonierte Bombe auf der Insel Jolo – wieder vor einer katholischen Kirche platziert – laut philippinischen Medienberichten sechs Menschen in den Tod gerissen und rund 40 verletzt haben. Die Insel gilt als Hochburg der 1991 gegründeten terroristischen Islamistengruppe „Abu Sayyaf“, der Verbindungen zu Terrorgruppe „al-Qaida“ nachgesagt werden. Ziel der Abu-Sayyaf-Terrorgruppe ist es die Christen aus dem Süden der Philippinen durch Gewaltakte zu vertreiben. Anhänger der islamistischen Gruppe waren auch an einem Plan zur Tötung von Papst Johannes Paul II. anlässlich seines Besuchs der Philippinen im Januar 1995 beteiligt.

[ Franz Jakob Schipp ]

7. Juli 2009, 18:01

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