„Orte der Begegnung mit dem Heiligen“

Kirchen auch für Nicht-Gläubige Orte der Trostes.

KircheHannover (kathnews). Der evangelische Theologe und Kirchenamtspräsident Hermann Barth ist der Überzeugung, dass Kirchen auch für Nicht-Gläubige Orte des Trostes seien. Besonders deutlich geworden sei diese Tatsache, so Barth, nach den Katastrophen der jüngsten Zeit. „Menschen brauchen einen Ort, wo sie Zweifel und Anklagen zum Ausdruck bringen könne“, so der Theologe im Rahmen einer Veranstaltung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege in Hannover.

Kirchen seien irdische Orte, so Barth. Dennoch könne sich der Mensch hier dem Himmel etwas näher fühlen. In seinem Vortrag bezeichnete er Kirchbauten als „Orte der Begegnung mit dem Heiligen“. Anschließend griff der niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) die Thematik auf und unterstrich, dass es wichtig sei, Kirchenbauten langfristig zu erhalten. Dabei betonte der Minister, dass er die Ansicht vertrete, dass Kirchen nur in Ausnahmefällen profaniert bzw. entwidmet werden sollten.

Hermann Barth wurde 1945 im Ludwigshafen am Rhein geboren. Nach dem Abitur studierte er evangelische Theologie in Heidelberg, Edinburgh und Tübingen. Anschließend wirkte er als Wissenschaftlicher Assistent am Alttestamentlichen Seminar der Evangelischen Fakultät an der Universität in Hamburg. Von 1978 bis 1985 war er als Pfarrer in der Pfalz tätig und wechselte anschließend an das Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland. Ab 1993 war er Vizepräsident des Kirchenamtes, dem er seit 2006 als Präsident vorsteht.

[ Benjamin Greschner ]

28. Juni 2009, 18:23

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