Ehemalige Heimkinder fordern Entschädigung
Zollitsch bietet Aufklärung an.
München (kathnews) Ehemalige deutsche Heimkinder, die in der Nachkriegszeit missbraucht und ausgebeutet wurden, haben einen Entschädigungsfonds von 25 Milliarden Euro gefordert. Die im Verein VEH organisierten Opfer wollen bei der dritten Sitzung des “Runden Tischs Heimerziehung” am Montag und Dienstag über finanzielle Entschädigungen verhandeln, teilt das Magazin “Focus” mit. Die 300.000 bis 500.000 deutschen Betroffenen streben zudem einen Rentenausgleich für Zwangsarbeit in den Heimen an. Der Runde Tisch, unter Leitung der früheren Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne), ist das Ergebnis eines Bundestagsbeschlusses aus dem Jahre 2008.
Die katholische Kirche, unter deren Leitung viele Heime verwaltet wurden, bot alle gebotene Aufklärung und Unterstützung an. Auch versprach der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, die katholische Kirche werde Betroffene unterstützen, wenn etwa die Notwendigkeit einer therapeutischen Behandlung bestehe. Zollitsch, schrieb in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”, die katholische Kirche bedaure “zutiefst, dass damals offenbar auch in katholischen Heimen Kindern und Jugendlichen Unrecht und seelisches und körperliches Leid angetan wurde”.
Die “Erforschung der bitteren Wahrheit” und die Arbeit an einer angemessenen Lösung für alle Beteiligten, ist auf zwei Jahre angesetzt, so Vollmer.
15. Juni 2009, 19:05