Geistige Umweltverschmutzung

Papstmesse zu Pfingsten mit den Klängen von Haydn.

Papst Benedikt XVI.Vatikan (kathnews). In seiner Predigt am Hochfest Pfingsten hat Papst Benedikt XVI. die Menschen vor geistiger Umweltverschmutzung und einer Selbstüberhöhung gewarnt. „So wie es eine Luftverschmutzung gibt, gibt es auch eine des Herzens und des Geistes, die die spirituelle Existenz vergiftet. Und wie man sich nicht mit Giften in der Luft zufrieden geben darf, darf man sich auch nicht mit einer Verschmutzung des Geistes zufriedengeben!“ Bei der Festmesse im Petersdom erklang die sogenannte Harmoniemesse von Joseph Haydn, der heute vor 200 Jahren verstorben ist.

Man gewöhne sich schnell „an so vieles, was den Geist und das Herz in unseren Gesellschaften vergiftet: zum Beispiel Bilder, die die Lust, die Gewalt oder die Verachtung von Mann und Frau spektakulär vorführen“, erklärte der Heilige Vater. Weiter sagte er: „Das ist eben Freiheit, heißt es dann – ohne daran zu denken, dass das alles den Geist vor allem der jungen Generationen vergiftet und schließlich auch die Freiheit selbst einschränkt. Das Bild vom Herabkommen des Heiligen Geistes im Sturm an Pfingsten lässt uns hingegen daran denken, wie wertvoll es ist, reine Luft zu atmen – mit den Lungen, aber auch mit dem Herzen!“

Die Menschen rief er dazu auf, sich nicht selbst zu Herrschern über die Welt machen zu wollen. Der moderne Mensch gleiche der antiken mythologischen Gestalt Prometheus, der den Göttern das Feuer geraubt habe. Christus hingegen sei kein zweiter Prometheus, der den Göttern das Feuer geraubt hätte; er sei vielmehr zum Mittler der Gottesgabe geworden, „indem er für uns die größte Liebestat der Geschichte wirkte, nämlich seinen Kreuzestod“. Gott wolle dieses Feuer jeder neuen menschlichen Generation geben.

Wenn der Mensch nicht mehr Bild und Gleichnis Gottes, sondern nur noch seiner selbst sein will, erkläre er sich für autonom, frei oder erwachsen. Diese Haltung zeige eine falsche Gottesbeziehung sowie ein falsches Gottesbild. In den Händen eines solchen Menschen werde das Feuer gefährlich: Es könne sich gegen das Leben und die Menschheit selbst wenden, wie es in der Geschichte leider deutlich geworden sei, so das Kirchenoberhaupt: „Als fortwährende Mahnung dafür bleiben die Dramen von Hiroshima und Nagasaki bestehen: Dort hat die Atomenergie, die für kriegerische Zwecke eingesetzt wurde, in bisher nie dagewesenem Ausmaß den Tod gebracht.“

[ Martin Bürger ]

31. Mai 2009, 19:29

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