“Zollitsch leugnet einen Glaubenssatz”
Piusbruderschaft fordert Rückname von Falschaussagen.
Stuttgart (kathnews). Verschiedene Medien berichteten bereits darüber, dass sich Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, am Karsamstag sehr fragwürdig über den Sühnecharakter des Leidens und Sterbens Jesu Christi am Karfreitag äußerte. Konkret leugnete der Erzbischof den Sühnecharakter des Karfreitagsgeschehens und behauptete, Gott habe sich durch das Leiden seines Sohnes lediglich mit den Menschen solidarisiert, um ihnen in Leid und Tod beizustehen. Dabei habe Jesus Christus auch die Sünden der Menschen auf sich geladen, so der Erzbischof. Jedoch nicht im Sinne des Sühneopfers, so wie es die Kirche lehrt, sondern aus einem Sinn der Zusammengehörigkeit.
Die umstrittenen Aussagen des Erzbischofs von Freiburg sorgten in den vergangenen Tagen bereits für zahlreiche Diskussionen. Nun fordert Pater Franz Schmidberger FSSPX, Distriktoberer der Priesterbruderschaft St. Pius X. in Deutschland, dass Zollitsch seine Äußerungen vom Karsamstag umgehend widerrufen möge. In einer Erklärung ging Schmidberger auf das Statement des Erzbischofs ein: „Falsch, ja häretisch, ist hierbei die Verneinung des Sühnopfers als rechtliche Wiedergutmachung dem Vater gegenüber.“, so P. Schmidberger.
Weiter heißt es in der Stellungnahme des Distriktoberen: „Diese Leugnung ist nach der Lehre der Kirche eindeutig als Häresie zu bewerten! Der Erzbischof ist hiermit zur öffentlichen Rücknahme seiner Falschaussagen aufgefordert.“ Ferner zitierte Schmidberger den Wortlaut des Interviews mit Erzbischof Zollitsch, das der Hessische Rundfunk führte. Der Vollständigkeit halber erlauben wir es uns, diesen entscheidenden Passus an dieser Stelle ebenfalls aufzuführen. Hier der Wortlaut des Interviews:
Hessischer Rundfunk: Also sie würden jetzt nicht mehr so formulieren, dass Gott quasi seinen eigenen Sohn hingegeben hat, weil wir Menschen so sündig waren. So würden Sie es nicht mehr formulieren?
Erzbischof Zollitsch: Nein, er hat seinen eigenen Sohn in Solidarität mit uns bis in diese letzte Todesnot hineingelassen um zu zeigen, so viel seid ihr mir wert. Ich geh mit euch, ich bin ganz bei euch in jeder Situation.
Pater Franz Schmidberger stellt anschließend fest: „Damit leugnet der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von Freiburg, Robert Zollitsch, einen Glaubenssatz der Kirche. Sollte er diese Leugnung nicht widerrufen, läuft er Gefahr, nach dem Kirchenrecht zum formalen Häretiker zu werden.“
Noch ist unklar, ob sich Erzbischof Robert Zollitsch zu dem Vorfall äußern bzw. seine Aussagen widerrufen wird. Heute, Montag, kontaktierte unsere Redaktion die Erzbischöfliche Pressestelle in Freiburg, mit der Bitte um ein Statement. Eine Stellungnahme zu den Aussagen des Erzbischofs wurde unserer Redaktion jedoch verweigert. Man werde sich zu diesem Thema nicht äußern, hieß es dort. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Angelegenheit entwickeln wird.
27. April 2009, 14:29