Schönborn kritisiert Berichterstattung
Wiens Erzbischof rüg westliche Medien.
Wien (kathnews). Kardinal Christoph von Schönborn, Erzbischof von Wien, bezeichnete die Berichterstattung der westlichen Medien über die Afrikareise des Papstes als einen „Skandal“. “Es grenzt an einen Skandal, wie extrem selektiv die Wahrnehmung dieser Reise war”, sagte Kardinal von Schönborn am Montag. Er unterstrich, dass das Verhalten der Medien nichts mit „seriöser Informationsvermittlung“ zu tun habe. Er betonte dabei, dass die Aussagen des Heiligen Vaters bezüglich der Verhütung „essenziell“ gewesen seien. Der Kardinal verstehe die Aussagen des Papstes als “eine große Ermahnung an die wohlhabenden Länder“.
Hintergrund: Zu Beginn seiner Afrikareise äußerte sich Papst Benedikt XVI. bereits über die Aids-Problematik. Im Rahmen eines Journalistengespräches während des Fluges nach Kamerun unterstrich der Papst, dass die Aids-Epidemie in Afrika nicht mit der Verteilung von Kondomen gelöst werden könne. Im Gegenteil, die Verteilung von Kondomen vertiefe die Probleme nur, so der Papst. Gleichzeitig wehrte sich der Pontifex gegen die Unterstellung, die Kirche würde sich nicht aktiv genug im Kampf gegen Aids engagieren.
Kardinal Christoph von Schönborn wurde am 22. Januar 1945 in Skalken bei Leitmeritz im Sudetenland geboren. Er stammt aus der deutsch-österreichischen Adelsfamilie der Grafen von Schönborn. Die Geschichte der Familie geht zurück bis auf das Jahr 1180. 1963 trat Schönborn in den Orden der Dominikaner ein, für den er am 27. Dezember 1970 zum Priester geweiht wurde. Seit 1991 war Schönborn Weihbischof in Wien, später wurde er zum Koadjutorbischof ernannt. Seit 1995 ist er Erzbischof von Wien, empfing 1996 das Pallium von Papst Johannes Paul II. und wurde 1998 zum Kardinal kreiert.
24. März 2009, 08:21