Weihbischof Franz Dietl wird 75
“Im Innersten seines Herzens immer ein Seelsorger gewesen”
München (kathnews/ok). Weihbischof Franz Dietl vollendet am Freitag, 20. März, sein 75. Lebensjahr. Er ist seit zehn Jahren Bischofsvikar der Seelsorgsregion Süd der Erzdiözese München und Freising. Dietl ist der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für die Behindertenseelsorge und Vorsitzender der Ökumenekommission der Katholischen Bistümer in Bayern. „Weihbischof Franz Dietl ist im Innersten seines Herzens immer ein Seelsorger gewesen, seine Jahre als Pfarrer prägen sein Wirken als Bischof“, sagt Erzbischof Reinhard Marx. „Für seinen bisherigen Dienst in der Verkündigung des Evangeliums und für die Menschen im Erzbistum danke ich ihm von ganzem Herzen.“
Dietls großes Anliegen ist die Zukunft der Pfarrverbände und die Neustrukturierung der Seelsorge in einer Zeit, in der die Zahl der Priester zurückgeht. Aus diesem Antrieb heraus ist er ein wichtiger Vordenker des Zukunftsprozesses, dem sich die Erzdiözese im Rahmen von „Dem Glauben Zukunft geben“ stellt. In der vom Tourismus geprägten Region Süd sucht er immer aufs Neue nach zeitgemäßen pastoralen Ansätzen für Urlauber und Kurgäste. Große Verdienste erwarb er sich um die Passionsspiele in Oberammergau, indem er sich für eine fundierte theologische Begleitung und für die Ökumene einsetzte. Seine Bemühungen führten im Jahr 2000 zur „Patronatsvereinbarung“ zwischen der Gemeinde Oberammergau und der Erzdiözese – seitdem ist der Erzbischof von München und Freising Patron der Festspiele.
Weihbischof Dietl gilt als Mann des offenen Wortes, der mit Nachdruck seine Überzeugungen vertritt. Im Erzbischöflichen Ordinariat geschätzt wird seine große Kollegialität, sein Wille zu Teamarbeit und gutem Miteinander.
Als Sohn eines Landwirts wurde Dietl 1934 in Moosburg an der Isar geboren. Er studierte zunächst Theologie und Philosophie an der Universität Innsbruck – später zudem Pädagogik, Tiefenpsychologie und Anthropologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er 1973 mit einer der Heilpädagogik gewidmeten Dissertation zum Doktor der Philosophie promovierte. Der 1959 in Salzburg zum Priester geweihte Dietl war 1953 der Kongregation der Herz-Jesu-Missionare beigetreten, die sich in Bayern und Österreich in erster Linie erzieherischen Aufgaben widmet.
Er war zunächst Präfekt im Jugendwerk Schloß Birkeneck (1960-71) und Religionslehrer, später Referent für Heimerziehung beim Landesverband Katholischer Einrichtungen der Heim- und Heilpädagogik in Bayern (1973-85). Im Jahr 1985 wechselte er in den Dienst der Erzdiözese und wurde Pfarrer der Pfarrei St. Peter und Paul in Oberammergau. 1998 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof, Kardinal Friedrich Wetter weihte ihn im Februar 1999 im Münchner Liebfrauendom zum Bischof und bestellte ihn zum Bischofsvikar der Seelsorgsregion Süd, zu der 235 Pfarreien, 13 Pfarrkuratien und 31 Kuratien in 14 Dekanaten gehören.
22. März 2009, 17:58