Bischöfe kritisieren “Petition Vaticanum II”
Freisinger Bischofskonferenz veröffentlicht Stellungnahme.
München (kathnews). Die bayerischen Bischöfe haben die Argumentationen und Formulierungen in der umstrittenen „Petition Vaticanum II“ kritisiert. In einer Erklärung der Freisinger Bischofskonferenz stellen die Bischöfe fest: „Im Aufruf mit dem irreführenden Titel „Petition für eine uneingeschränkte Anerkennung des II. Vaticanums“ wird Papst Benedikt XVI. unterstellt, dass er es zulasse und erlaube, dass Geist und Buchstaben des II. Vatikanischen Konzils von Teilen der katholischen Kirche geleugnet werden dürfen.“ Diese Behauptung weisen die Bischöfe entschieden zurück.
Dabei verweisen sie auf eine Erklärung des vatikanischen Staatssekretariats vom 4. Februar 2009. In diesem Schreiben forderte das Staatssekretariat die Priesterbruderschaft St. Pius X. dazu auf, das ganze Lehramt der Kirche anzuerkennen. Explizit verwies das Staatssekretariat des Vatikans auch darauf, dass die von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Priesterbruderschaft insbesondere die Lehren und Beschlüsse des zweiten Vatikanischen Konzils anerkennen müsse. Eine Anerkennung des Konzils bezeichnete das Schreiben als eine „unabdingbare Voraussetzung für die volle Gemeinschaft mit der Kirche“.
Die Freisinger Bischofskonferenz betont daher in ihrer Erklärung, dass sie jeglichen Versuch, den Papst gegen das zweite Vatikanische Konzil auszuspielen, sowie den Vorwurf, der Papst verrate das Konzil entschieden zurückzuweisen sei. Abschließend heißt es in der Erklärung der Bischofskonferenz: „Das Konzil hat den katholischen Glauben verbindlich und auf anschauliche und überzeugende Weise dargestellt und ist für die Katholische Kirche in seiner Gesamtheit verpflichtend“.
Die Freisinger Bischofskonferenz wurde 1850 gegründet. Mitglieder der Freisinger Bischofskonferenz sind der Erzbischof von München und Freising, der Erzbischof von Bamberg und die Diözesanbischöfe von Regensburg, Passau, Augsburg, Würzburg, Eichstätt und Speyer. Letztere Stadt liegt heute zwar im Bundesland Rheinland-Pfalz, zählt jedoch kirchenrechtlich durch die historisch gewachsene Verbundenheit mit dem Freistaat Bayern als Suffragandiözese des Erzbistums Bamberg zu den bayerischen Bistümern. Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz ist traditionell der Erzbischof und Metropolit des Erzbistums München und Freising, seit 2007 Erzbischof Dr. Reinhard Marx.
28. Februar 2009, 16:16