Bischof Williamson widerruft Aussagen
Ecclesia Dei veröffentlicht Entschuldigung.
Vatikan (kathnews). Weihbischof Richard Williamson hat sich in einer heute veröffentlichten Erklärung für seine Äußerungen über den Holocaust entschuldigt und diese gleichzeitig zurückgenommen. Williamson beteuert in dem von der päpstlichen Kommission „Ecclesia Die“ veröffentlichten Schreiben, dass es sich bei seinen Aussagen lediglich um die eines „Nicht-Historikers“ gehandelt habe, die sich auf Erkenntnisse von vor 20 Jahren gestützt haben. Williamson betont, dass es ihm leid tue, die Bemerkungen zum Holocaust gemacht zu haben.
Williamson unterstrich, dass er diese Aussagen nie gemacht hätte, wenn er gewusst hätte, welchen Schaden und Schmerz seine Bemerkungen für die Kirche, die Überlebenden und die Verwandten der Opfer der Konzentrationslager bringen würden. Er schließt sein Schreiben mit einer Vergebungsbitte, die er an alle Menschen richtet, die sich „aufgrund seiner Worte aufrichtig entrüstet haben“. Abschließend zitierte Williamson den Heiligen Vater, der sagte: „Jeder Akt ungerechter Gewalt gegen auch nur einen Menschen verletzt die gesamte Menschheit.“ Das Dokument trägt das Datum des heutigen Donnerstages und wurde in London verfasst.
Williamson hält sich derzeit im Vereinigten Königreich auf, nachdem er seinen bisherigen Wirkungs- und Aufenthaltsorts in Argentinien auf Anweisung der argentinischen Regierung verlassen musste. Laut Medienberichten musste Williamson am Londoner Flughafen unter Polizeischutz das Flugzeug verlassen.
Weihbischof Richard Williamson hatte in einem Anfang November des vergangenen aufgezeichneten Interview gesagt, dass seiner Meinung nach im Dritten Reich kein Jude in Gaskammern umgekommen sei. Außerdem bezifferte er die Zahl der ermordeten Juden auf maximal 300.000 – entgegen dem Urteil angesehener Historiker, die von etwa sechs Millionen Toten ausgehen. In diesem Zusammenhang verwiesen in den vergangenen Wochen zahlreiche Vertreter der Bruderschaft darauf, dass es sich bei Williamsons Äußerungen um die private Meinung des Weihbischofs handle, nicht aber um die Meinung der Priesterbruderschaft St. Pius X.
Das Video gelangte erst im Januar 2009 an die Öffentlichkeit, kurz bevor Papst Benedikt XVI. die Exkommunikationen der vier Weihbischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X., darunter auch Bischof Williamson, zurücknahm.
26. Februar 2009, 18:04