“Anteilnahme am Erlösungswerk”

Aktion veröffentlicht Kreuzweg-Broschüre

KreuzwegFrankfurt (kathnews). Die Aktion „Deutschland braucht Mariens Hilfe“, eine Initiative der Deutschen Vereinigung für eine christliche Kultur (DVCK), bietet aktuell die Neuauflage eines Büchleins mit Kreuzwegsmeditationen des brasilianischen Publizisten Plinio Corrêa de Oliveira an. Bei den Meditationen handelt es sich um Texte, die Professor de Oliveira im Jahr 1951 verfasste. Die Neuauflage der Publikation umfasst 25.000 Exemplare.

Dem Büchlein ist eine Audio-CD beigelegt, die den Kreuzweg des Herrn in einer bemerkenswerten Weise intoniert. Die Kreuzwegmeditationen werden dabei von Hans Verres gesprochen. Kathnews-Chefredakteur Benjamin Greschner sprach mit Benno Hofschulte, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für eine christliche Kultur.

Benjamin Greschner: Herr Hofschulte, was ist das Besondere an den Betrachtungen von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira und an wen richtet sich diese Publikation?

Benno Hofschulte: Die Betrachtungen zu den einzelnen Stationen des Kreuzweges schrieb Prof. Corrêa Oliveira Anfang der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Er hatte damals eine schwere Zeit hinter sich. Ein Neuanfang seines Apostolates unter der katholischen Jugend brachte die ersten Früchte. Um diesen Jugendlichen den tiefen Sinn und Notwendigkeit des Apostolates und des Einsatzes in der Gesellschaft im Dienst der katholischen Kirche nahe zu bringen, schrieb er diesen Kreuzweg. Der Autor versetzt den Betrachtenden in die Gegenwart der Szene der jeweiligen Station, führt ihn durch Parallelsituationen seines eigenen Lebens und der Situation Kirche und regt ihn an, im Hinblick auf das Leiden Jesu, Konsequenzen zu ziehen, für sich, sein geistliches Leben und für seine aktive, vollkommene Hingabe in den Dienst der katholischen Kirche. Sie braucht ihn, wie Jesus den Trost seiner Mutter, der Veronika und den Beistand des Simon von Syrene erfuhr. Die Betrachtungen sind also vorrangig geschrieben für die Gläubigen, die mitten im Trubel der Welt stehen und deren Anziehungen und Verführungen ausgesetzt sind.

Benjamin Greschner: Warum hat sich die Aktion “Deutschland braucht Mariens Hilfe” zu einer Neuauflage des Kreuzweges entschlossen?

Benno Hofschulte: Seit der ersten deutschen Auflage im Jahr 1993 erweckte dieser Kreuzzug großes Interesse unter den Teilnehmern der Aktion. Es kam uns zur Kenntnis, dass er sogar von einer deutschen Pilgergruppe auf dem Kreuzweg in Jerusalem zur Betrachtung benutzt wurde. Der Kreuzweg ist immer Zeitgemäß. Doch in einer Zeit, in der man von Krisen in allen Bereichen des Lebens spricht und zur Lösung dieser Krisen fast ausschließlich materielle Mittel sucht und vorschlägt, einer Zeit, in der das Übernatürliche kaum erwähnt wird, möchten wir den Menschen eine Gelegenheit geben, oder besser, ihnen den Hinweis geben, dass es Einen gibt, der viel größere Not gelitten hat und doch durch sein Verhalten angesichts des Leidens, der Schmerzen, der Ausweglosigkeit in dieser Not, siegreich hervorkam. “Habt Vertrauen, ich habe die Welt überwunden”, hätte er ebenso richtig vom Kreuz herabrufen können. Und diese Vertrauensbotschaft zur Überwindung aller Not möchten wir den Menschen vermitteln.

Benjamin Greschner: Warum eigentlich den Kreuzweg beten?

Benno Hofschulte: Es ist eigentlich in den vorhergehenden Antworten schon deutlich geworden. Die Betrachtung und so die Anteilnahme an der Erfüllung des Erlösungswerkes, unter den ungerechtesten und schmerzhaftesten Bedingungen, unter denen es sich vollzog, soll uns vor Augen führen, unser Gewissen prägen, was wir unserem Heiland schuldig sind und ihn dementsprechend danken und trösten. Sein Leiden und Tod am Kreuz geschahen wohl in der Zeit, sind aber zeitlos. Was wir heute sühnen, unsere Liebeserweisungen, unser Mitleiden hat ihn damals getröstet. Im Geiste sah er alle Schmach und Sünden, die vom Anfang bis ans Ende der Welt begangen worden sind und werden, für die er da litt. Er sah aber auch alle Wohltaten, alle Tugendakte, jedes Opfer, das mit Liebe dargebracht würde. Dies tröstete ihn. Den Kreuzweg geistig mitzuerleben, sich mit Jesus in seiner Einsamkeit zu vereinen, ist daher eines der schönsten Andachten, die ein Gläubiger ihm darbringen kann.

Benjamin Greschner: Vielen Dank für das Gespräch!

[ Benjamin Greschner ]

26. Februar 2009, 08:51

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