Protest gegen Mainzer Prunkwagen

Ordensschwester im Nacktscanner erhitzt Gemüter.

Luftschlangen (Foto: Simbamo)Mainz (kathnews). Bereits in den vergangenen Tagen gab es massive Proteste gegen eine geplante Nacktdarstellung der Bundeskanzlerin auf einem Prunkwagen im Mainzer Karneval. In Folge der Proteste musste der Wagen abgeändert werden, die Merkel-Figur erhielt einen Bikini, das Problem war aus der Welt geschafft. Nachdem in den vergangenen Tagen bekannt wurde, dass es am Rosenmontagszug in Mainz auch die Darstellung einer Ordensschwester im Nacktscanner geben soll, löse dies weitere Proteste aus.

Zahlreiche Ordensschwestern wandten sich an den verantwortlichen Mainzer Carneval-Verein (MCV), mit der Forderung, den Wagen nicht auf den Rosenmontagszug zu schicken. Ordensschwestern aus der Diözese Mainz verfassten einen offenen Brief an den MCV und bezeichneten die Darstellung einer nackten Ordensfrau als „respektlos und persönlichkeits-verletzend“. Die Schwestern äußerten ihr Unverständnis darüber, dass diejenigen, die sich seit Jahrzehnten für die Wahrung der Menschenwürde einsetzten, so „obszön in den Dreck“ gezogen würden. Dies berichtet die Website „Spiegel Online“.

Unterdessen teilte der Mainzer Carneval-Verein mit, dass der Monitor des Nacktscanners mit einer „Bildstörung“ überdeckt werde. Dies sagte MCV-Präsident Richard Wagner gegenüber der Presse. Wagner stellte auch klar, dass es nicht um die Verunglimpfung bestimmter Personengruppen gehe, sondern darum, dass technische Entwicklungen, wie der Nacktscanner, auch vor geistlichen Würdenträgern nicht halt machen. Der Mainzer Carneval Verein als Veranstalter des Rosenmontagszugs wendet jährlich ca. 300.000 Euro auf, um den Zug zu finanzieren. Zum Rosenmontagszug 2009 werden insgesamt 26 mitwirkende Vereine, 20 Garden und 2911 Musiker erwartet. Der Umzug besteht aus 154 Prunkwagen.

[ Benjamin Greschner ]

21. Februar 2009, 14:50

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