Williamson muss Argentinien verlassen

Knappes Ultimatum für Weihbischof.

Weihbischof Richard WilliamsonBuenos Aires (kathnews). Wie das argentinische Innenministerium am Donnerstag mitteilte, wurde Weihbischof Richard Williamson dazu aufgefordert, das Land binnen zehn Tagen zu verlassen, ansonsten werde er durch die Regierung ausgewiesen. Die argentinische Regierung reagiert mit diesem Schritt auf die öffentlichen Holocaust-Leugnungen des Weihbischofs, dem aus diesem Grunde kürzlich auch die Leitung des Priesterseminars der altrituellen Priesterbruderschaft St. Pius X. im argentinischen La Reja entzogen wurde.

In diesem Zusammenhang verwiesen in den vergangenen Wochen zahlreiche Vertreter der Bruderschaft darauf, dass es sich bei Williamsons Äußerungen um die private Meinung des Weihbischofs handle, nicht aber um die Meinung der Priesterbruderschaft St. Pius X.

Weihbischof Richard Williamson hatte in einem Anfang November des vergangenen aufgezeichneten Interview gesagt, dass seiner Meinung nach im Dritten Reich kein Jude in Gaskammern umgekommen sei. Außerdem bezifferte er die Zahl der ermordeten Juden auf maximal 300.000 – entgegen dem Urteil angesehener Historiker, die von etwa sechs Millionen Toten ausgehen. Das Video gelangte erst im Januar 2009 an die Öffentlichkeit, kurz bevor Papst Benedikt XVI. die Exkommunikationen der vier Weihbischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X., darunter auch Bischof Williamson, zurücknahm.

[ Benjamin Greschner ]

20. Februar 2009, 09:16

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