“Ein skandalöser Fall von Amtsmissbrauch”

Theologe Hünermann wettert gegen den Papst.

Benedikt XVI. (Foto: Górny)Ulm (kathnews). Der Theologe Peter Hünermann, emeritierter Professor für katholische Dogmatik an der Eberhard Karls Universität in Tübingen, bezeichnete die Aufhebung der Exkommunikationen der Weihbischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. durch Papst Benedikt als einen „skandalösen Fall von Amtsmissbrauch“. Dies berichtet die Schwäbische Zeitung. Hünermann legte seiner Aussage die These zu Grunde, dass Papst Benedikt an die „Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils“ gebunden sei. Hünermann sprach im Rahmen einer Veranstaltung der katholischen Gesamtkirchengemeinde Ulm. Die Veranstaltung unter dem Titel „Wohin geht die katholische Kirche?“ fand im Gemeindehaus St. Georg in Ulm statt.

Weiter sagte Hünermann, dass bei den Bischöfen der Piusbruderschaft von einer „reuigen Rückkehr“ in die „nachkonziliare Kirche“ keine Rede sein könne. Er forderte den Papst daher dazu auf, die „Nichtigkeit seiner Entscheidung“ zu erklären, um das Vertrauen der Gläubigen in das Petrusamt wieder herzustellen. Besondere Vorwürfe erhob Hünermann dagegen, dass die Priesterbruderschaft St. Pius X. die vom Zweiten Vatikanischen Konzil definierte Religionsfreiheit ablehne.

Peter Hünermann wurde am 8. März 1929 in Berlin geboren. Ab 1949 studierte er Philosophie und Theologie in Rom. Nach dem Abschluss seiner Studien empfing der das Sakrament der Priesterweihe. Von 1971 bis 1982 war Hünermann als Professor für Dogmatik in Münster tätig. Anschließend wechselte er an die Universität Tübingen, wo er bis 1997 als Professor für katholische Dogmatik wirkte. Von 1985 bis 2002 war er Präsident des Katholischen Akademischen Ausländerdienstes.

[ Benjamin Greschner ]

19. Februar 2009, 13:54

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