Keine weiteren Stellungnahmen
Pater Schmidberger: Piusbruderschaft nicht antisemitisch.
Stuttgart (kathnews) – Der Obere des deutschen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Pius X., Pater Franz Schmidberger, hat am Freitagmorgen mitgeteilt, dass die Mitglieder der Bruderschaft bis auf weiteres zu keiner Stellungnahme mehr bereit seien. In den vergangenen Tagen hatten sich die Oberen der Piusbruderschaft mehrfach „mit aller Deutlichkeit“ von den Aussagen Bischof Richard Williamsons über den sogenannten Holocaust distanziert. Trotzdem sei die Bruderschaft „weiterhin Ziel bösartiger Angriffe von Seiten der Massenmedien“, so Schmidberger. Über die Medien sagte der Distriktsobere: „Unsere Worte werden verdreht und bewusst falsch ausgelegt.“
Am Donnerstag, 5. Februar 2009, veröffentlichte der Südwestrundfunk (SWR) ein Interview mit Pater Schmidberger. Darin äußerte er wiederholt sein Bedauern über die Äußerungen des britischen Bischofs Williamson, dessen Exkommunikation Papst Benedikt XVI. am 21. Januar mit einem Dekret der Bischofskongregation aufgehoben hatte. Seiner Meinung nach wäre es „sehr wünschenswert, sehr begrüßenswert“, wenn Williamson sich von seinen Aussagen distanzieren würde.
Darauf angesprochen, ob Bischof Williamson mit seinen Positionen noch sein „Glaubensbruder“ sein könne, erwiderte Schmidberger: „Solange er die katholischen Dogmen anerkennt – ja, natürlich.“ Die Piusbruderschaft selbst vertrete keine antisemitischen oder rechtsradikalen Positionen, erklärte Schmidberger nachdrücklich. Ferner wies er darauf hin, dass man die Äußerungen Williamsons über den sogenannten Holocaust sowie die Aufhebung der Exkommunikation „vollkommen trennen“ müsse.
Zum Thema der Religionsfreiheit sagte Schmidberger, es sei notwendig, genau zu verstehen, was darunter verstanden werde: „Wenn es darum geht, die anderen durch Gewalt zu bekehren oder zur katholischen Kirche hinzuführen, so sind wir weit, weit davon entfernt.“ Es ginge vielmehr darum, welche Haltung der Staat anderen Religionen gegenüber annehme. Schmidberger erklärte wörtlich: „Die anderen Religionen haben selbstverständlich unter Umständen ein bürgerliches Recht. Man hat ihnen gegenüber tolerant zu sein. Aber sie haben kein Naturrecht. Das ist der große springende Punkt.“
In provokativer Weise fragte der Reporter: „Und es gibt nur einen Heilsweg, und das ist Ihrer?“ Diesen Vorwurf lehnte Schmidberger ab und korrigierte, dass der alleinige Heilsweg die von Jesus Christus gestiftete Kirche sei. Dabei gebe es keine Kompromisse. Den Gründer des Islam, Mohammed, bezeichnete Schmidberger als „Kinderschänder“, da er mit einem etwa neunjährigen Mädchen „geschlechtlichen Umgang gepflegt hat“. Gleichzeitig sagte der Distriktsobere: „Aber ich möchte mich darauf nicht festlegen, ich habe das nicht speziell studiert.“ Vor Beginn der Sendung nahm die Piusbruderschaft den Ausdruck zurück und erklärte: „Den Ausdruck ‚Kinderschänder‘ nimmt Pater Schmidberger mit großem Bedauern zurück, da dieser geeignet ist, Muslime in ihren religiösen Gefühlen zu verletzen.“
Für die Zukunft sehe Schmidberger zunächst die Notwendigkeit von theologischen Diskussionen „über gewisse Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils“, worum die Piusbruderschaft den Heiligen Stuhl stets gebeten habe. Hier könne „sicher sehr viel geklärt werden“. Für die Einmischung der Bundeskanzlerin in innerkirchliche Fragen äußerte Schmidberger kein Verständnis: „Ich glaube, dass die Kanzlerin das in der Tat nicht versteht. Sie ist ja auch gar nicht katholisch, und eigentlich ist das nicht ihre Angelegenheit, sich in diese inneren Angelegenheiten der Kirche einzumischen.“ Er glaube, dass von Seiten des Heiligen Vaters „die Dinge wesentlich klargestellt“ seien.
6. Februar 2009, 13:35