Seligsprechung frühestens 2010
Papst Johannes Paul II. wird wohl nicht in diesem Jahr zur Ehre der Altäre erhoben werden.
Vatikan (kathnews). Eine baldige Seligsprechung Papst Johannes Paul II. ist nach Ansicht der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse nicht zu erwarten. Im Gespräch mit dem polnischen Rundfunk erklärte der zuständige Relator, Pater Daniel Ols, dass die Akte über das Leben und Handeln des Amtsvorgängers Papst Benedikt XVI. sicherlich noch über ein Jahr geprüft werden müsse. Aus diesem Grund könne man nicht sagen, wann genau die Überprüfung abgeschlossen sein werde.
Im März des vergangenen Jahres hatte Slawomir Oder, der das Verfahren für die Selig- bzw. Heiligsprechung Papst Johannes Pauls betreibt, die Unterlagen bei der zuständigen Kongregation eingereicht. Insgesamt umfasse die Akte etwa 2.500 Seiten, meldete der polnische Rundfunk. Bevor Papst Benedikt abschließend entscheiden werde, ob es zu einer Seligsprechung kommt, werden die Dokumente von Theologen, Geschichtswissenschaftlern sowie Bischöfen und Kardinälen geprüft, erläuterte Ols.
Noch im Mai 2008 hatte Slawomir Oder den Wunsch geäußert, dass die Seligsprechung im Frühjahr diesen Jahres vorgenommen werden möge. Verschiedene Medien hatten auf den 2. April 2009 spekuliert, den vierten Todestag des Heiligen Vaters. Normalerweise beginnt ein Seligsprechungsprozess frühestens fünf Jahre nach dem Tod der jeweiligen heiligmäßigen Person. Papst Benedikt brach angesichts der lautstarken Forderungen nach einer baldigen Heiligsprechung („Santo Subito“) mit diesem kirchlichen Gesetz.
13. Januar 2009, 19:49