Assistenten für Bischöfinnen?

Anglikaner erwägen neue Strukturen.

KollarkragenLondon (kathnews). Bei ihrem Plan, Frauen für das Bischofsamt zuzulassen, scheint die Anglikanische Gemeinschaft nun auch Strukturreformen ins Auge zu fassen. So möchte man in Bistümern, die von einer Frau geführt werden, weitere männliche Assistenzbischöfe berufen, die sich in Seelsorge und Verwaltung um Gemeinden kümmern sollen, die eine Bischöfin ablehnen würden. Dies berichteten britische Medien gestern, Dienstag. Das vorliegende Konzept soll auf der Synode der Anglikanischen Kirche verabschiedet werden. Diese findet im Februar 2009 statt. Sollten die Pläne bewilligt werden, könnte die Strukturreform binnen drei Jahren umgesetzt werden.

Das in Großbritannien vorgesehene Konzept der Assistenzbischöfe für Diözesen, die sich unter der Leitung einer Frau befinden, stammt aus den USA. Dort sind schon seit geraumer Zeit so genannte „fliegende Bischöfe“ im Amt. Sie helfen dort aus, wo man eine Bischöfin nicht akzeptiert. Die Zulassung von Frauen zum Priester- bzw. Bischofsamt ist innerhalb der Anglikanischen Gemeinschaft zutiefst umstritten.

In den vergangenen Jahren gab es bereits mehrere Abspaltungen. Doch nicht nur die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt stellt die Einheit der Anglikaner auf die Probe. Auch die Zulassung von Homosexuellen für geistliche Ämter ist für viele konservative Anglikaner nicht hinnehmbar. Erst im November löste sich das amerikanische Bistum Fort Worth aus der Gemeinschaft mit der Episkopalkirche.

[ Benjamin Greschner ]

31. Dezember 2008, 11:42

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