Papst entging nur knapp einer Attacke

Verwirrte Frau wollte Benedikt XVI. beißen.

Papst Benedikt XVI.Vatikan (kathnews). Bereits in der päpstlichen Christmette kam es zu einem Zwischenfall, dessen Ausmaß erst jetzt öffentlich bekannt wurde: eine geistig verwirrte Frau wollte Papst Benedikt XVI. in den Hals beißen. Dies berichtet die Schweizer Zeitung “20 Minuten” unter Berufung auf Erwin Niederberger, den Medienverantwortlichen der päpstlichen Schweizergarde. Während Papst Benedikt XVI. den Petersdom im Anschluss an die Weihnachtsliturgie verlassen wollte, stürmte die vermummte Frau auf den Pontifex zu. Die Leibwächter des Heiligen Vaters konnten den Angriff jedoch rechtzeitig abwehren. Die Angreiferin erreichte den Papst nicht und wurde durch vatikanische Sicherheitsbeamte in Gewahrsam genommen. Der Papst konnte den feierlichen Auszug aus der Basilika St. Peter unbeschadet fortsetzen.

Einen Tag nach dem versuchten Angriff auf Papst Benedikt XVI. sagte Federico Lombardi, Pressesprecher des Vatikans, dass es sich wahrscheinlich um einen Menschen handle, der den Papst begrüßen wollte. Dass dies ein Trugschluss war, wird spätestens nach den Äußerungen Erwin Niederbergers deutlich. Gegenüber „20 Minuten“ betonte er, dass die Person den Papst eindeutig in den Hals beißen wollte. Laut Medienberichten wollte die in der Schweiz lebende Italienerin mit ihrem Angriff auf das Kirchenoberhaupt gegen dessen Äußerungen über die Homosexualität protestieren. Der Vatikan hat die Aussagen Erwin Niederbergers bislang noch nicht kommentiert.

Die versuchte Bissattacke war nicht der erste Angriff auf Papst Benedikt XVI. Schon im Juni 2007 war ein geistig verwirrter Mann bei dem Versuch gescheitert, in das „Papamobil“ zu gelangen, während Benedikt XVI. damit über den Petersplatz fuhr. Der 27-jährige Angreifer stammte aus Deutschland und glaubte, der wiederkehrende Christus zu sein. Er verfehlte das „Papamobil“ nur knapp und wurde sofort durch Sicherheitskräfte überwältigt.

Auch Papst Johannes Paul II. war mehrmals das Ziel von Attentätern. Am 13. Mai 1981 richtete der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Ağca eine Waffe gegen den Papst. Johannes Paul II. wurde durch drei Kugeln lebensgefährlich verletzt und überlebte den Anschlag nur knapp. Ein Jahr später versuchte ein verwirrter Priester den Papst mit einem Bajonett zu attackieren, konnte jedoch durch die Leibwächter des Papstes überwältigt werden.

Ein Video, das den versuchten Angriff auf Papst Benedikt XVI. zeigt, kann hier angesehen werden.

[ Benjamin Greschner ]

29. Dezember 2008, 20:07

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