“God save your people!”
Dramatischer Hilferuf eines indischen Priesters.
Indore (kathnews). Bereits mehrmals haben wir in den vergangenen Monaten über die dramatische Lage der Christen in Indien berichtet. In diesem Zusammenhang erreichte unsere Redaktion heute der Weihnachtsgruß eines indischen Missionspriesters. Ein Weihnachtsgruß, der trauriger nicht sein könnte. Die Zeilen des Priesters erzählen von der Unterdrückung der christlichen Minderheit, von Gewalt, Hass und Vertreibung. Bereits seit August tobt die hinduistische Gewalt gegen Christen in Indien. Seither wurden zahlreiche Kirchen zerstört, Häuser niedergebrannt und Menschen vertrieben.
Seinen Weihnachtsgrüßen fügte der Geistliche eine Statistik an, die uns die Ausmaße der Schrecknisse nur erahnen lässt: 315 Ortschaften wurden verwüstet und 4640 Häuser wurden niedergebrannt. In Folge der Brandattacken gegen die Häuser christlicher Familien sind derzeit mehr als 53000 Christen in Indien obdachlos. Insgesamt sind den Brandattacken bislang 49 Kirchen und Kapellen zum Opfer gefallen. Doch nicht nur die Attacken gegen christliche Kirchen und Häuser nehmen zu. Auch die Gewalttaten gegen die christliche Bevölkerung sind dramatisch angestiegen. So sind bislang mehr als 100 Todesopfer zu beklagen, darunter mindestens ein Geistlicher, 18000 Menschen wurden verletzt und mehrere Ordensschwestern vergewaltigt.
Weiterhin wies der indische Missionspriester in seinem Schreiben darauf hin, dass alle extremistischen Hindu-Organisationen und Gruppen, die an der Gewalt gegen die christliche Minderheit beteiligt sind, große finanzielle Hilfen aus Europa bzw. der westlichen Welt erhielten. Die Inanspruchnahme der Gelder würde ihnen durch verschiedene Organisationen und Institute ermöglicht. Diese finanziellen Hilfen für die extremistischen Organisationen und Gruppierungen würden meist aus Entwicklungshilfeprogrammen bzw. sozialen Initiativen bezogen, so der Priester in seinem Brief. Der Geistliche macht deutlich, dass die Gelder hauptsächlich dafür aufgewendet würden, um den Glauben, das Leben und die Arbeit der christlichen Bevölkerung zu attackieren. Ferner betont er, dass die vertriebenen Christen nur in ihre zerstörten Häuser zurückkehren dürften, wenn sie bereit wären, zum Hinduismus zu konvertieren. Sein Schreiben endet mit der innigen Bitte „God save your people“ – „Gott, schütze Dein Volk“.
22. Dezember 2008, 23:24