Christmette nur für Kirchensteuerzahler?
Politiker fordern Diskussion um Gottesdienstbesuch.
Berlin (kathnews). Sinkende Besucherzahlen der Heiligen Messen im übrigen Jahr sind nicht vereinbar mit den überfüllten Gotteshäusern in der Weihnachtszeit. Dieser Ansicht ist Thomas Volk, Vorsitzender des baden-württembergischen Rings christlich-demokratischer Studenten und Mitglied des Landesvorstands der Christlich Demokratischen Union (CDU) in Baden Württemberg. In einem Interview mit der BILD äußerte Volk den Wunsch, dass die Kirchen am Heiligen Abend nur für Kirchenmitglieder geöffnet werden sollten. Im Gespräch mit Kathnews betonte Volk: „Ich möchte mit diesen Aussagen einen längerfristigen Diskussionsprozess anregen: welche Rolle spielen Glaube und Kirche noch in unserer Gesellschaft und wie wichtig sind uns Werte und Moral?“ Ein besonderes Ärgernis ist in seinen Augen, dass viele Menschen nur am Heiligen Abend den Gottesdienst besuchen, nicht aber an den übrigen Sonntagen. „Treue Besucher der Gottesdienste, die das ganze Jahr über an den Gottesdiensten teilnehmen, dürfen in der Weihnachtszeit nicht die Dummen sein, die stehen müssen.“, so Volk im Gespräch mit Benjamin Greschner.
Thomas Volk unterstrich, dass die Kirche einen wichtigen Stellenwert in seinem Leben habe: „Für mich bedeuten Glaube und Religion sehr viel, daher möchte ich in der Gesellschaft diese Diskussion anstoßen“ Thomas Volk ist Jahrgang 1986 und studiert Islamwissenschaft und Geschichte in Freiburg. Rückendeckung bekommt Volk vom Fraktionsvorsitzenden der FDP im Berliner Abgeordnetenhaus, Dr. Martin Lindner. Dieser forderte in der BILD, dass Gemeindemitglieder beispielsweise mittels Platzkarten die Möglichkeit bekommen, einen garantierten Sitzplatz während der stark besuchten Feiertagsgottesdienste zu erhalten.
Kathnews sprach in diesem Zusammenhang mit Jochen Dreixler, Pressesprecher der FDP-Fraktion im Berliner Parlament. Dreixler betonte, dass Lindner sich mit seinem Vorschlag auf die Seite der treuen Kirchenbesucher stellt. Dabei unterstrich er jedoch, dass Martin Lindner mit seinem Vorschlag keinen Ausschluss praktizieren bzw. vorantreiben wolle, da die Kirchen – auch zu Weihnachten – jedem offen stünden. Dr. Martin Lindner ist bereits für sein kirchliches Engagement bekannt. So engagiert sich der promovierte Jurist für den Religionsunterricht an Berliner Schulen und unterstützt die Initiative „Pro Reli“. Am 1. Oktober empfing ihn der Papst gemeinsam mit Friedbert Pflüger, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der CDU.
22. Dezember 2008, 17:25