Korrekte Übersetzung gefordert
Die Initiative katholischer Laien und Priester fordert die richtige Übersetzung der Wandlungsworte.
Ettringen (kathnews). Die Vereinigung der Initiative katholischer Laien und Priester im deutschen Sprachraum appellierte am Donnerstag, 11.12.2008, mit Nachdruck an die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), das „pro multis“ in den Wandlungsworten korrekt mit „für viele“ zu übersetzen. Seit 1969 werde bei den Wandlungsworten über den Kelch während der heiligen Messe der lateinische Text vom Blut Christi „pro vobis et pro multis“ mit „für euch und für alle“ übersetzt. Am 17. Oktober 2006 hatte die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung die Bischofskonferenzen der einzelnen Länder aufgefordert, innerhalb von zwei Jahren die Falschübersetzung der Wandlungsworte in der Muttersprache zu korrigieren und die Gläubigen im Rahmen von Katechesen darauf vorzubereiten.
Der Vorsitzende der Vereinigung, Dr. Wolfgang Graf, betonte, dass die heilige Messe durch die Falschübersetzung nicht ungültig werde. Dennoch stelle sie ein „Ärgernis und nicht selten eine Fehlinterpretation des Testaments Christi“ dar. Die vom Vatikan eingeforderte korrekte Übersetzung „für viele“ finde ihre Entsprechung nicht nur in der lateinischen Editio typica des Messbuchs, sondern auch in der griechischen Chrysostomus- bzw. Basiliusliturgie.
Zwar wolle Gott, dass alle Seelen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen, aber der Mensch habe die Freiheit, sich diesem Willen zu verweigern, so Graf. Dahingegen behaupte die Irrlehre von der Allerlösung, der Mensch werde in jedem Fall erlöst: „Es gehört jedoch zum Rang und zur Würde des Menschen, dass er auf die Liebe Gottes in Freiheit antworten kann und soll.“ Mit der Formulierung „für euch und für viele“ mache Christus deutlich, dass der Neue Bund zunächst mit den Aposteln und dann mit den „Vielen“, die sich dem Bund anschließen, geschlossen und in jeder heiligen Messe sakramental erneuert werde, erklärte der Vorsitze der Vereinigung der Initiativkreise.
In Deutschland ließ die Bischofskonferenz trotz vielfacher Bitten und Mahnungen die von der Gottesdienstkongregation gewährte Zweijahresfrist verstreichen. Ein enger Mitarbeiter von Erzbischof Robert Zollitsch, DBK-Vorsitzender und Freiburger Oberhirte, hatte noch im November 2008 behauptet, es gebe bisher nur „Zeitungsmeldungen“ und keine offizielle römische Anordnung. Unterdessen hat die DBK in Rom beantragt, das Thema bis zur Herausgabe neuer liturgischer Bücher, zu vertagen. „Technisch wäre es jedoch kein Problem, in den vorhandenen Büchern wie bei anderen Änderungen eine Textzeile zu überkleben“, ist Wolfgang Graf überzeugt. Seiner Meinung nach sollten die Priester schon jetzt entsprechend den römischen Weisungen verfahren oder die korrekte lateinische Fassung der Wandlungsworte verwenden.
11. Dezember 2008, 08:13