Papst: “Seid wachsam!”

Papst Benedikt XVI. verurteilte beim Angelus die jüngsten Terroranschläge in Indien.

Papst beim AngelusVatikan (kathnews). Wie gewohnt betete Papst Benedikt XVI. den Angelus am Mittag auf dem Petersplatz, nachdem er vormittags im Rahmen eines Pastoralbesuchen die heilige Messe in der Basilika San Lorenzo fuori le Mura gefeiert hatte. Das neue Kirchenjahr lasse die Menschen „mit immer wieder neuer Verwunderung“ entdecken, dass Gott Zeit für sie habe, während sie selbst oft keine Zeit für ihn haben, so der Heilige Vater. Einem jeden werde am ersten Adventssonntag ans Herz gelegt, „wachsam“ zu sein, wie es im Tagesevangelium heißt, da jeder zu einer Stunde, „die nur Gott kennt“, Rechenschaft von seinem eigenen Leben ablegen müsse.

Papst Benedikt erinnerte auch an das Fest des heiligen Apostels Andreas, welches durch den Sonntag verdrängt wird. Zwischen dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel, das unter dem Patronat des Bruders des heiligen Petrus stehe, und der römischen Kirche herrsche eine besondere Verbundenheit. Aus diesem Grund nehme eine von Kardinal Walter Kasper, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, geleitete Delegation an den Feierlichkeiten im heutigen Istanbul teil. „Von ganzem Herzen richte ich meine Grüße und meine besten Wünsche an ihn [Patriarch Bartholomaios I., Anm. d. Red.] und die Gläubigen des Patriarchats und rufe auf alle die Fülle des himmlischen Segens herab“, sagte der Heilige Vater.

Abschließend betonte der Papst seine Gebetsverbundenheit mit den zahlreichen Opfern der „brutalen Terroranschläge“ im indischen Mumbai (früher Bombay) sowie der Unruhen in der nigerianischen Ortschaft Jos. Bei beiden Geschehnissen zeige sich, wie „brutal und unsinnig“ die Gewalt sein könne. In diesem Sinne rief er alle dazu auf, „ein gutes Beispiel der Liebe zu geben für unsere Mitmenschen, damit wir eine Gott und dem Menschen würdige Gesellschaft aufbauen können.“

Auf Deutsch sagte der Heilige Vater: „Mit Freude grüße ich alle Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache. Jesus Christus kam in die Welt, um uns Menschen die Liebe Gottes sichtbar zu machen. Er wird wiederkommen, um sein Liebeswerk an uns und in Gemeinschaft mit uns zu vollenden. Die Adventszeit lädt uns ein, mit wachem Herzen das Kommen des Herrn zu erwarten. Wie es im heutigen Tagesgebet heißt, wollen wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten. Der Heilige Geist helfe uns dabei und führe uns durch die heilige Zeit des Advents.“

30. November 2008, 13:56

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