Papst über christlich-jüdischen Dialog
Papst Benedikt XVI. sprach über die christlich-jüdische Beziehung.
Vatikan: Papst Benedikt XVI. hat heute im Rahmen einer Audienz für eine Delegation des „Internationalen Jüdischen Komitees für interreligiöse Beziehungen“ die guten Kontakte und das gewachsene Verständnis zwischen Christen auf der einen und Juden auf der anderen Seite gewürdigt. Gleichzeitig forderte er eine weitergehende Zusammenarbeit.
Ausdrücklich stellte sich der Hl. Vater hinter das Konzilsdokument „Nostra Aetate“ über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen. Dabei nannte er das Dokument, das jegliche Form des Antisemitismus verurteile, einen „Meilenstein“ in der christlich-jüdischen Beziehung, handele es sich doch um eine Aufforderung, ein neues theologisches Verständnis der Beziehung zwischen Kirche und jüdischem Volk zu entwickeln. „Ein aufrichtiger Dialog erfordert Offenheit und ein festes Bewusstsein um die Identität beider Seiten. Nur so ist eine gegenseitige Bereicherung möglich.“, so Papst Benedikt.
In einer Zeit, die von einem Verlust geistiger und moralischer Werte, welche die die Garantie für Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden seien, bedroht werde, müssten Juden und Christen ein gemeinsames Zeugnis ablegen, erklärte er weiter. Voraussetzungen dafür seien gegenseitiger Respekt sowie Offenheit. Dadurch sollen Differenzen zu überwunden, Missverständnissen vorgebeugt und nutzlose Konfrontationen vermieden werden. Ein Dialog – der Papst sprach hier von einer „heiligen Pflicht“ – sei nur dann ernsthaft und ehrlich, wenn er Unterschiede respektiere bzw. akzeptiere.
30. Oktober 2008, 17:28