Zwei Priester in Moskau ermordet?
Womöglich durch Gewalteinwirkung sind gestern zwei Priester in Moskau verstorben.
Moskau: Die Moskauer Nachrichtenagentur RIA vermeldete heute Morgen den plötzlichen Tod zweier Priester. Der Sprecher der Erzbischöflichen Kurie in Moskau, P. Igor Kowalewski, berichtete, die beiden Priester des Jesuitenordens hätten zuvor nicht auf Telefonanrufe regiert. Besorgte Mitbrüder hätten dann die Wohnungstür aufbrechen lassen und die beiden toten Patres entdeckt. Wegen des Verdachts auf ein Gewaltverbrechen sei gleich die Kriminalpolizei eingeschaltet worden, die bis zum frühen Mittwochmorgen Spuren gesichert habe. Nach Informationen von Kowalewski werde der Vorfall auf höchster russischer Ebene behandelt: So habe sich die Administration des Präsidenten Dimitri Medwedjew in die Aufklärung eingeschaltet.
Bei den Patres handelt es sich einerseits um den Oberen der Jesuiten für die Region Russland, P. Otto Messmer (47), andererseits um den aus Ecuador stammenden P. Victor Betancourt-Ruiz (42). Messmer wuchs im kasachischen Karaganda auf und trat 1982 in die Gesellschaft Jeus (Jesuitenorden) ein. Nach Abschluss seiner theologisch-philosophischen Studien wurde er 1988 zum Priester geweiht. Seinen seelsorglichen Dienst begann P. Messmer in der heutigen kasachischen Hauptstadt Astana. Später leitete er das Vorseminar in Nowosibirsk und kümmerte sich um die Ausbildung der Priesteramtskandidaten. In den letzten Jahren kümmerte sich der Jesuit als Ordensoberer um die Verwaltung der unabhängigen russischen Region der Gesellschaft Jesu in Moskau. P. Betancourt lehrte dort als Professor am Institut für Theologie, Philosophie und Geschichte. Erst seit einigen Jahren wirkte er in Russland. Beide Ordensleute zählten zu Projektpartnern des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis in Russland, mit denen es vertrauensvoll zusammenarbeitete.
Das Erzbistum Bamberg ließ verlauten, Erzbischof Ludwig Schick habe den Tod mit Bestürzung vernommen. Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz ist, sagte, mit den beiden Patres verliere die katholische Kirche authentische Glaubenszeugen, die für die Menschen mit ihren Sorgen und Nöten da waren. Speziell würdigte der Erzbischof P. Messmer: „Mit großem Engagement und Weitsicht hat P. Otto Messmer für die Menschen in Russland und Moskau als Katholik gewirkt: in der Ausbildung von Priesteramtskandidaten und Laientheologen, pastoral in der ältesten katholischen Kirche Moskaus, St. Ludwig, in der er neben russischen auch deutschsprachige Gottesdienste gehalten hatte. Er war auch verantwortlicher Regionaloberer für die Jesuiten in Russland.“
29. Oktober 2008, 18:20