Benedikt XVI. würdigt Johannes XXIII.
Kardinal Bertone feierte Heilige Messe zum 50. Jahrestag der Wahl Papst Johannes’ XXIII.
Vatikan: Das Leben des seligen Papstes Johannes XXIII. sei von einer großen Fügsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist geprägt gewesen. Dies betonte Papst Benedikt XVI. am Ende einer Heiligen Messe, die anlässlich des 50. Jahrestages der Wahl des „guten Papstes“ im Petersdom gefeiert wurde. Die Heilige Messe zelebrierte der vatikanische Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone SDB. Am Gottesdienst nahmen auch 3000 Gläubige aus Johannes’ XXIII. Heimat Bergamo teil. Benedikt XVI. hob in seiner Ansprache hervor, dass Papst Johannes XXIII. ein „Mann und Hirte des Friedens“ gewesen sei, der in einer Zeit lebte, die von starken Kontrasten geprägt war. Das Zweite Vatikanische Konzil, das von Johannes XXIII. einberufen wurde, bezeichnete Benedikt XVI. als ein „wirklich ganz besonderes Geschenk für die Kirche“. Weiter sagte er über das Zweite Vatikanum: „Wir alle bemühen uns darum, dieses besondere Geschenk in angemessenen Weisen anzunehmen, indem wir über seine Lehren nachdenken und seine praktischen Richtlinien in unser tägliche Leben übersetzen.“
Johannes XXIII. wurde am 25. November 1881 in Sotto il Monte als Angelo Giuseppe Roncalli geboren. Nach dem Abitur trat er ins Priesterseminar ein und wurde am 18. Dezember 1903 zum Diakon geweiht. Im Folgejahr schloss er seine theologische Promotion ab. Am 10. August 1904 empfing der das Sakrament der Priesterweihe. Die ersten Jahre seines priesterlichen Wirkens verbrachte Roncalli als Sekretär des Bischofs Graf Radini-Tedeschi von Bergamo. Im Krieg gegen das Kaiserreich Österreich-Ungarn war er als Militärseelsorger eingesetzt.
Später war er als Apostolischen Visitator für Bulgarien tätig und wurde 1931 zum Apostolischen Delegaten von Mesembria ernannt. Am 12. Januar 1953 wurde er zum Patriarchen von Venedig ernannt und in den Kardinalsstand erhoben. Seine Wahl auf den Stuhl Petri erfolgte am 28. Oktober 1958. Sein Leben und sein Pontifikat waren vor allem durch seine besondere Gutmütigkeit geprägt, was ihm den Beinamen „il papa buono“, „der gute Papst“ verschaffte. Er verstarb am 3. Juni 1963 im Apostolischen Palast und wurde am 3. September 2000 selig gesprochen. Seither ruht sein Leichnam in einem gläsernen Sarg im Petersdom.
29. Oktober 2008, 20:35