Rezension: die Wüstenväter
Betrachten wir die Geschichte des christlichen Mönchtums, sind die Wüstenväter – in herausragender Weise natürlich der heilige Antonius – leuchtende Beispiele der reinsten Urform des monastischen Lebens. Dr. Peter H. Görg nimmt uns in seinem Buch „Die Wüstenväter – Antonius und die Anfänge des Mönchtums“ mit auf eine spannende Reise an das Ende des dritten Jahrhunderts. Mit der wachsenden gesellschaftlichen Anerkennung des Christentums wuchs auch immer mehr die Gefahr einer Verweltlichung des christlichen Glaubens. In dieser Zeit zog es immer mehr Menschen in die Abgeschiedenheit der Wüsten, um dort ein asketisches Leben des Betens und Arbeitens zu führen.
Dabei beschränkt sich der Autor nicht auf eine rein historische Rückschau, sondern beleuchtet die umfassende Tradition des christlichen Mönchtums und spannt dabei den Bogen von Martin von Tours bis hin zu den ersten benediktinischen Ordensgründungen des frühen Mittelalters. Das Buch überrascht dabei immer wieder durch kleinere Katecheseeinheiten, welche die Grundbegrifflichkeiten des katholischen Glaubens anschaulich erklären. Der Autor scheut dabei nicht davor zurück, auch auf aktuelle Problematiken der jüngeren und jüngsten Kirchengeschichte einzugehen und überzeugt die Leserschaft durch einen soliden und der kirchlichen Tradition verbundenen Blickwinkel. Darüber hinaus verdeutlicht Görg, dass das Mönchtum auch im 21. Jahrhundert nichts an Aktualität verloren hat.
Peter H. Görg: Die Wüstenväter. St. Ulrich Verlag, 2008, gebunden, 176 Seiten, ISBN 978-3-86744-043-1, EUR 16,90.
2. Oktober 2008, 19:36