Botschaft von Fatima – Hinordnung auf Christus

Unterschied zwischen öffentlicher und privater Offenbarung.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 11. Mai 2017 um 14:17 Uhr
Muttergottes

 Von Gero P. Weishaupt

(Kathnews) Am kommenden Samstag, dem 13. Mai,  ist es 100 Jahre her, dass die Gottesmutter in Fatima drei Hirtenkindern erschienen ist. Die Botschaft von Fatima bzw. die Geheimnisse sind Offenbarungen. Allerdings unterscheidet die Kirche zwischen öffentlicher und privater Offenbarung. Die Botschaft von Fatima ist der privaten Offenbarung zuzuordnen. Der Unterschied zwischen beiden Arten von Offenbarungen ist nicht nur gradueller Art, sondern wesentlich. Beide sind verschieden.

Öffentliche Offenbarung

Bei der öffentlichen Offenbarung gibt sich Gott den Menschen selber zu erkennen.  Durch Taten und Worte erschließt er sein eigenes Selbst, teilt sich selber mit. Ziel seiner Selbstoffenbarung ist unsere Gemeinschaft mit ihm. So kann man es nachlesen in der Offenbarungskonstitution Dei Verbum des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Der Höhepunkt seiner Offenbarung ist Jesus Christus. In ihm ist Gott Mensch geworden. Er ist darum – wie das Evangelium vom kommenden Sonntag (5. Ostersonntag) in der ordentlichen Form des Römischen Ritus es sagt – „der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Man kann Gott nur begegnen in und durch Jesus Christus. Die Öffentliche Offenbarung hat ihren schriftlichen Niederschlag gefunden in den kanonisierten, d.h. von der Kirche endgültig durch das Konzil von Trient als für den Glauben bindend festgeschriebenen Büchern und anderen Schriften des Alten und Neuen Testamentes.

Private Offenbarung

Teilt sich bei der öffentlichen Offenbarung Gott selber mit, so geschieht dies bei der privaten Offenbarung vermittels von Gott ausgewählten Menschen. Privatoffenbarung sind keine Offenbarungen neben der öffentlichen Offenbarung, sondern sind in ihrer Botschaft auf diese hingeordnet. Sie rufen sie in Erinnerung oder deuten sie im Hinblick auf konkrete „Zeichen der Zeit“. Durch den häufigen Aufruf zu Gebet und Buße sollen Glaube, Hoffnung und Liebe gestärkt werden.Eine Privatoffenbarung ist also eine Hilfe für den glaubenden Menschen. Sie hilft, das Leben nach dem Evangelium auszurichten.

Glaubwürdigkeit

Eine private Offenbarung  ist in dem Maße glaubwürdig, wie sie nicht im Widerspruch steht zur biblischen Offenbarung, der Tradition und dem kirchlichen Lehramt. Mit anderen Worten: Der Maßstab für die Wahrheit und den Wert einer Privatoffenbarung ist letztendlich ihre Hinordnung auf Christus, der nach dem Johannesevangelium „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist. Wenn private Offenbarungen davon wegführen, wenn sie sich absolut setzen und wichtiger sein wollen als die öffentliche Offenbarung, dann sind sie sicher nicht vom Heiligen Geist. Sicheres und wichtiges Kriterium für ihre Echtheit ist ihre kirchenamtliche Anerkennung.

Grad der Zustimmung

Verlangt die öffentliche Offenbarung Glaubenszustimmung von den Gläubigen, so fordert eine Privatoffenbarung eine Zustimmung des menschlichen Glaubens nach den Regeln  der Klugheit und Vernunft. Deren Gebrauch helfen uns, die Botschaft(en) für wahrscheinlich und glaubwürdig zu halten. Voraussetzung ist, wie gesagt, ihre Hinordnung auf die öffentliche Offenbarung, die Tradition und das Lehramt der Kirche.  Anders als die öffentliche Offenbarung ist eine private Offenbarung nicht für das Heil notwendig. Man ist auch dann Katholik, wenn man einer private Offenbarung nicht zustimmt. Für das Heil notwendig ist die öffentliche Offenbarung, gedeutet im Licht der Tradition unter Leitung des Lehramtes der Kirche.

Foto: Hl. Gottesmutter Maria – Bildquelle: C. Steindorf, kathnews