Bischof von Aachen: Staat und Gottesherrschaft sind zweierlei

Karlspreisträger besuchte am Himmelfahrtstag die Festmesse im Aachener Dom.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 25. Mai 2017 um 16:30 Uhr
Kaiser Karl der Große

Aachen (kathnews). Es sei eine im Evangelium grundgelegte Idee, dass Staat und Gottesherrschaft strikt zweierlei sind. Das sagte der Aachener Bischof, Dr. Helmut Dieser, im Pontifikalamt anlässlich des Himmelfahrtstages im Aachener Dom, bei dem auch der Karlspreisträger Prof. Timothy Garton Ash anwesend war. Europa könne und wolle heute säkular sein und eine solche Kultur pflegen und allen anbieten, die darin leben wollen. Alle Glaubensinhalte aber, die diese säkulare Kultur bekämpfen und zerstören wollen, müsse Europa zurückweisen, so der Aachener Oberhirte.

Der britische Historiker und Autor Timothy Garton Ash wurde heute im Krönungssaal des Aachener Rathauses, der einstige Königshalle als Teil der Pfalz Karls des Großen, mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen für sein Werk zum Selbstverständnis eines freien Europas ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete in seiner Laudatio den Preisträger als Chronisten der Realität Europas und leidenschaftlichen Verfechter der Idee Europas.

Unter den Gästen waren u.a. auch der designierte Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet (CDU) und der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Schulz hatte den Karlspreis – nicht ganz unumstritten – 2015 erhalten. Im vergangenen Jahr erhielt Papst Franziskus die renommierteste Auszeichung Europas. In einem Interview des WDR stellte der britische Historiker Aachen in eine Linie mit Athen, Rom und Konstantinopel (Byzanz). Timothy Garton Ash ist der dritte Brite, der den Karlspreis in Aachen empfangen hat. Vor ihm wurden Sir Winston Churchill (1955) und Tony Blair (1999) mit der höchsten europäischen Auszeichnung geehrt.

Foto: Kaiser Karl der Große – Bildquelle: Kathnews