„Amoris laetitia“ hat die Kirche gespalten

Bischof Fellay FSSPX erklärte, warum er die „Correctio filialis“ mitunterzeichnet hat.
Erstellt von kathnews-Redaktion am 7. Oktober 2017 um 10:08 Uhr
Petersdom

Vatikan (kathnews). Er verstehe, „dass die Autoren der ‚Correctio filialis“ erschüttert sind von all den Spaltungen, die durch Amoris laetitia verursacht wurde“. Das erklärte Bischof Fellay von der Piusbruderschaft (FSSPX) in einem Interview der Internetseite der Bruderschaft. „In manchen Ländern akzeptieren die Bischöfe jetzt die Kommunion für geschiedene, aber zivil wieder Verheiratete, in anderen wird sie verweigert. Heißt das, die katholische Moral ist eine veränderbare Größe? Kann sie in widersprüchlicher Weise ausgelegt werden?“, fragt sich der Obere der Bruderschaft.

Unverantwortliches Schweigen des Papstes

Der Papst habe trotz der in den „Dubia“ von vier Kardinälen ausgedrückten Sorge um die Einheit der Kirche keine Antwort gegeben, sondern geschwiegen. „Auf eine so schwerwiegende Frage und angesichts der augenblicklichen Spaltungen ist es von dringlicher Notwendigkeit, dass der Papst sich grundsätzlich und klar äußert. In dieser trauigen Verwirrung ist es wichtig, dass die Debatte  über diese weitreichenden Fragen in den Vordergrund gerückt wird, damit die Wahrheit wiederhergestellt und der Irrtum verurteilt wird“, so Bischof Fellay.

Das Schiff Petri ist leck

Man müsse hoffen, so der Obere der Piusbruderschaft weiter, dass die „Correctio filialis“ dazu beiträgt, „dass die Kleriker und Gläubigen sich der Größe der Schwierigkeiten, in welchen die Kirche sich befindet, bewusst werden. So wie es ja Papst Benedikt XVI. zugegeben hat, als er sagte: „Das Schiff Petri ist von jeder Seite leck.“ Das war kein poetisches Bild, das ist eine tragische Realität. Im jetzigen Kampf muss man vor allem den Glauben und die Moral verteidigen“.

Foto: Petersdom – Bildquelle: Radomil, CC