Achtung und Liebe gegenüber dem Gegner

Vatikanum II warnt gleichzeitig vor Indifferentismus: "Diese Liebe und Güte dürfen uns aber keineswegs gegenüber der Wahrheit und dem Guten gleichgültig machen." Gaudium et spes 28.
Erstellt von Gero P. Weishaupt am 31. August 2017 um 11:23 Uhr
Vaticanum II, Konzilsväter

Viele reden über das Zweite Vatikanische Konzil, ohne die Texte je gelesen zu haben. Kathnews bietet eine Blütenlese ausgewählter Texte des Konzils. Im Folgenden Gaudium et spes 28. (Überschriften von GPW). Eine Einführung in den Text finden sie hier.

Gaudium et spes 28

„Achtung und Liebe sind auch denen zu gewähren, die in gesellschaftlichen, politischen oder auch religiösen Fragen anders denken oder handeln als wir. Je mehr wir in Menschlichkeit und Liebe inneres Verständnis für ihr Denken aufbringen, desto leichter wird es für uns, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Indifferentismus vermeiden

Diese Liebe und Güte dürfen uns aber keineswegs gegenüber der Wahrheit und dem Guten gleichgültig machen. Vielmehr drängt die Liebe selbst die Jünger Christi, allen Menschen die Heilswahrheit zu verkünden.

Der Irrtum ist zu verwerfen, der Irrende zu lieben

Man muß jedoch unterscheiden zwischen dem Irrtum, der immer zu verwerfen ist, und dem Irrenden, der seine Würde als Person stets behält, auch wenn ihn falsche oder weniger richtige religiöse Auffassungen belasten. Gott allein ist der Richter und Prüfer der Herzen; darum verbietet er uns, über die innere Schuld von irgend jemandem zu urteilen. Christi Lehre fordert auch, die Beleidigung zu verzeihen; sie dehnt das Gebot der Liebe als das Gebot des Neuen Bundes auf alle Feinde aus: ‚Ihr habt gehört, daß gesagt wurde: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen, und betet für eure Verfolger und Verleumder‘ (Mt 5,43-44).“

Foto: Konzilsväter – Bildquelle: Lothar Wolleh / Wikipedia